Geschichte
|
Der Schützenverein Dietlikon wurde im Jahre 1875 gegründet. Leider sind das Gründungs-Protokoll sowie die Protokolle bis zum Jahr 1933 unauffindbar. Ob sie einem Brand zum Opfer gefallen sind oder ob die Protokolle vernichtet wurden, konnte nicht mehr ausfindig gemacht werden. Tatsache ist jedoch, dass der Schützenverein um diese Zeit existierte. Auf einem Entwurf für die Standarte sind die Jahreszahlen 1875 – 1935 zu lesen, und daher wurde die Gründung des Schützenvereins abgeleitet. Ein weiteres Zeichen des Bestehens ist ein wohlgehüteter Becher mit der Gravur: „Schweizerisches Militär- und Freischiessen in Winterthur 1875 90. Sektionspreis Schiessverein Dietlikon“. Nachforschungen bei der Gemeindeverwaltung ergaben, dass der älteste Eintrag im Zusammenhang mit dem Schützenverein Dietlikon aus dem Protokoll des Gemeinderates vom 27. April 1876 stammt. Dieser lautete:
Donnerstag, 27. April 1876Anwesend Präsident Benz, die Gemeinderäte Juy und Stadelmann und der Schreiber Wintsch. SchützenfahneNach Einsicht einer vom 25. dies datierten Eingabe des hiesigen Schützenvereins, enthaltend ein Gesuch an den Gemeinderat zu Handen der Gemeinde, es möchte dieselbe dem Verein einen angemessenen Beitrag an eine Schützenfahne oder auch den ganzen Betrag aus der Gemeindekasse verabfolgen, da auch die Gemeinde seiner Zeit dem Männerchor eine Fahne gekauft habe, wurde beschlossen, der Gemeinde zu beantragen: Sei dem Verein ca. 45-50 Franken vom Ueberschuss laut Gemeindewerkrechnung abzugeben, womit dann jedem Pflichtigen von dem benannten Ueberschuss noch 3 Franken zugeteilt werden könne.
In unserer Dorfgeschichte, verfasst von Pfarrer Reinhardt ist unter „Zur Geschichte des Zürcherischen Wehrwesens im 17. Jahrhundert“ ist u.a. folgendes zu lesen: Die rasche Ueberhandnahme der Feuerwaffen im zürcherischen Heere rief auch seiner vermehrten Fürsorge des Rates zur Hebung des Schiesswesens. So erschien 1584 als erstes Schützenmandat eine obrigkeitliche „Ordnung betreffend das Zielschiessens“. Jeder Schütze wurde verpflichtet, an mindestens sechs Tagen jährlich auf der „Zillstatt“ zu einem Training im Schiessen zu erscheinen. Zur Hebung des Schiessvereins empfahl der Rat, regelmässige Veranstaltungen von Wettschiessen, aus denen unsere Schützenfeste hervorgingen. Zum Ansporn der Schützen spendete er eine ganze Menge von Schützengaben, bestehend aus Hosen, Barchenttüchern, Wämsern, Mützen, zinnernen Bechern und Tellern. An diesen Wettschiessen wurden jedoch nur solche Schützen zugelassen, die - „mit irer eigenen reisbüchs die vorgeschriebene anzahl der übungen uff irer zillstatt erfüllt hatten, das nit etwan ein gytschütz die hosen gwunnt.“ – Der Platz, auf dem das alte Dietlikon seine militärische Schiesspflicht erfüllte und wo auch die beliebten Armbrust- oder Tätschschiessen abgehalten wurden, nannte sich „Schützenbühl“. Als die Feuerwaffe aufkam, zeigte es sich, dass sie von der Armbrustwaffe abgetrennt werden musste. Der Schützenverein schoss nun von der Loorenstrasse in Richtung Schützenbühl, auf eine Distanz von 280 m. Nachdem die Munition und die Waffen ständig verbessert wurden, wurde im Jahre 1918 der Schützenbühl der Gemeinde abgesprochen. Nun stand die Gemeinde vor der Frage, ob sie ein eigenes Schützenhaus erstellen wolle. Am 27. Februar 1925 beschliesst der Gemeinderat den Kredit für eine Schiessanlage aufzuheben und aus war’s mit einer eigenen Schiessanlage. Vom Gemeinderat wurde dem SV Dietlikon der Schiessplatz Wallisellen zugewiesen. An der Generalversammlung vom 24. April 1925 gibt der gesamte Vorstand den Rücktritt bekannt. Die Schiessplatzkommission Bassersdorf offeriert die Entschädigung für die Benützung der Schiessanlage Fr. 100.-- billiger als die Gemeinde Wallisellen. Der Gemeinderat Dietlikon überlässt es dem Schützenverein, sich für die Anlage Wallisellen oder Bassersdorf zu entscheiden. An der Generalversammlung vom 5. März 1932 beschliesst der Schützenverein dem Schiessplatz Bassersdorf den Vorzug zu geben, da die Schiessanlage weniger belegt und bequemer zu erreichen ist. Nach siebenjährigem Gastrecht in Wallisellen zog man nun nach Bassersdorf. Auf dieser Anlage hatte der Schützenverein Dietlikon ein Gastrecht von 41 Jahren. Nach deren Kündigung hatte uns die Gemeinde Wangen aufgenommen. Nachdem sich im Jahre 2000 die Möglichkeit ergab, unsere Schiessaktivitäten in Zukunft wieder in den Bezirk Bülach zu verlegen, beschlossen die Dietliker Schützen an der Generalversammlung 2001, nach Wallisellen zu wechseln. Seit 2003 schiessen wir nun wieder in Wallisellen. Heute zählt unser Verein insgesamt 37 Mitglieder, davon sind 30 lizenzierte Schützen. Mit stetig guten Schiessresultaten reihen wir uns im Bezirk in den vorderen Rängen ein. Einige Schützenkameraden bestreiten mit der Matchgruppe des Bezirkes Bülach zahlreiche Wettkämpfe. Unser Verein fördert das sportliche Schiessen und bietet in unserer schönen 10m-Luftgewehranlage Hüenerweid auch Luftgewehrkurse für Jugendliche an. |